Keine Ausnahme mehr bei unseren Arbeitsbedingungen!


Am 1. Mai auf die Straße für den TVStud und Mitbestimmungsrechte
„Wer hat der gibt“ Demo am 1. Mai, um 14:00. Start Hamburg Dammtor.

Hamburg – Stadt der Millionär*innen und der prekären Wissenschaft. Stadt der teuren WG-Zimmer und der geringen Löhne für Studentische Beschäftigte. Kettenbefristungen und mangelnde Mitbestimmung machen uns zum günstigen Anhang des Hamburger Wissenschaftsbetriebs. Nicht einmal die 12€ des Hamburger Mindestlohns gelten für uns. Studentische Beschäftigte halten den Betrieb an den Hochschulen schon lange am Laufen. Durch Unterstützung in Forschung und Lehre, Übernahme von Tutorien, durch Tätigkeiten in der Verwaltung und den Bibliotheken oder beim Korrigieren von Klausuren.

Für die Organisation der Digitalsemester gilt dies noch einmal besonders. Wir leisten all das, während gesetzliche Standards von Arbeit in Teilen unterlaufen werden. So können Urlaubsansprüche oft nicht geltend gemacht werden und Krankheitstage müssen viel zu häufig on top „nachgearbeitet“ werden. Das ist trauriger Alltag an den Hamburger Hochschulen, während sich ein Rot/Grüner Senat selber mit dem Label „Stadt der guten Arbeit“ schmückt. Doch unsere Löhne liegen unterhalt der 12€ Mindestlohn für die Beschäftigten dieser Stadt; genauso wenig gelten betriebliche Mitbestimmung oder entfristete Anstellungen. Tutor*innen werden inKettenverträgen immer nur für die 4 Monate der Vorlesungszeit angestellt und stehen in den Semesterferien ohne Einkommen da, obwohl ihre Arbeit dort oft nicht aufhört und sie ihre Urlaubsansprüche im laufenden Semester nicht geltend machen können. Auch für Studentische und Wissenschaftliche Hilfskräfte ist eine „langfristige“ Beschäftigung über 6 Monate hinaus eine Seltenheit. Bei 75% der Studentischen Hilfskräfte beträgt die Vertragslaufzeit nur 2-6 Monate. Kettenbefristungen und fehlende Planbarkeit sind für sie die Realität an Hamburger Hochschulen. Erst recht in solch unsicheren Zeiten.

Diese Mechanismen sind die Pfeiler des Elfenbeinturms. Denn sie führen unweigerlich zu sozialem Ausschluss. Wer kann es sich leisten nur für ein paar Monate im Jahr angestellt zu sein? Wer schafft zusätzlich zu einem Vollzeitstudium die Doppelbelastung mehrerer Jobs, wenn eine Tätigkeit als Studentische*r Beschäftige*r nicht ausreicht?

Damit all das ein Ende hat fordern wir als TVStud Hamburg von der Landesregierung einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte, der unsere Arbeitsbedingungen verbessert. Wir fordern Mitbestimmung, durch das Recht einen eigenen Personalrat gründen und selber wählen zu können. Wir fordern einen stetig steigenden Lohn, der es uns ermöglicht die Hamburger Mieten zu bezahlen und eine Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren, die uns Perspektiven und Sicherheit bietet. Wir haben genug davon die Ausnahme zu sein. Denn wir sind keine
Ausnahme, wir sind Klasse! Doch all das können wir nur gewinnen, wenn wir uns organisieren, zusammen streikfähig werden und gemeinsam von unten Druck aufbauen. Dafür gehen wir gemeinsam mit vielen anderen am 1. Mai auf die Straße.

Sei auch du dabei. Heraus zum 1. Mai!

Wir sehen uns im gemeinsamen Block des Netzwerk Arbeitskämpfe, der ver.di Jugend Hamburg, der Hamburger Mittelbauinitiative, dem AStA der Uni Hamburg und vielen weiteren Kommiliton*innen und Kolleg*innen.

Wir tragen selbstverständlich medizinische Masken und halten Abstand.