#stopthecuts: Mehr statt weniger!

Demo-Aufruf: Stop The Cuts – Für eine Ausfinanzierung der Hochschulen und ein Ende prekärer Beschäftigungen!

Ein Aufruf von Studierenden und Hochschulbeschäftigten der Universität Hamburg und anderen Hamburger Hochschulen zur “#stopthecuts: Mehr statt weniger!” Demonstration am 5. Juni: Für eine Ausfinanzierung der Hochschulen und ein Ende prekärer Beschäftigungen!


Demotermin: 5. Juni um 13.00 Uhr

Startpunkt der Demo: Vor dem ESA-Hauptgebäude

Begleitende Social-Media-Aktion #stopthecuts


Wir – die Studierenden und Beschäftigten – wehren uns gegen die Sparmaßnahmen an den Hamburger Hochschulen. Die Corona-Pandemie hat unser Studium in ein Fernstudium und unseren Arbeitsplatz in ein Homeoffice verwandelt. Und was finden wir vor, wenn wir nach der Pandemie an die Hochschulen zurückkehren? Wenn es nach dem Hamburger Spar-Senat geht, dann wird von unseren geliebten Hochschulen nicht viel übrigbleiben. Derzeit erleben hamburgweit verschiedene Fachbereiche eine massive Kürzungswelle. Die Fachschaftsräte, ASten und Hochschulbeschäftigte der Hochschulen rufen daher zum Protest gegen die Unterfinanzierung auf.

Die Sparmaßnahmen treffen gerade diejenigen, die in unserer Gesellschaft ohnehin schon benachteiligt sind. Die, die auch durch die Pandemie in besonderem Maße betroffen sind. Menschen ohne ein wohlhabendes Elternhaus, die auf – häufig prekäre – Student:innen-Jobs angewiesen sind. Kinder aus Arbeiter:innenfamilien, Eltern, alleinerziehende Mütter und Väter, Menschen, die zuhause wenig Ruhe und keine Rückzugsräume haben. Wir alle werden dazu gezwungen, für die Krise zu zahlen, während andere durch die Pandemie Profite machen. Das ist nicht, wofür bei der Abschaffung der Studierendengebühren gekämpft wurde; es ist das Gegenteil von allgemein zugänglicher Bildung. Studieren darf nicht noch weiter zum Privileg weniger verkommen. Wir kämpfen gemeinsam gegen die Vereinzelung und für eine Ausfinanzierung der Hochschulen!

Mehr statt weniger: Für Ausfinanzierung, Entfristungen und TVStud!

Es ist die Universität, die zukünftige Lehrer:innen ausbildet und damit die Grundlage für die Bildung künftiger Generationen schafft. Es ist die Universität, welche diejenigen Jurist:innen ausbildet, die in einem Rechtsstaat unentbehrlich sind. Und nur an der Universität werden Mediziner:innen sowie Natur-, Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler:innen ausgebildet, die aktuelle Herausforderungen wie die Klimakrise, die soziale Transformation durch Digitalisierung oder die zunehmende soziale Ungleichheit angehen können.

Der Hamburger Senat, die Bürgerschaft und die Zivilgesellschaft sind gefordert, die Finanzierung für eine zukunftsfähige Wissenschaft und Bildung langfristig sicherzustellen. Was wir brauchen, ist nicht weniger Geld an den Hochschulen, sondern mehr! Wir fordern daher: Ausfinanzierung der Hochschulen! Keine Kürzungen an Lehre und Forschung! Zu optimalen Rahmenbedingungen gehören eine soziale Absicherung aller Studierenden, die Entfristungen von Beschäftigten im akademischen Mittelbau, statt deren Kürzung. Sowie die Absicherung von absichtlich prekär und abhängig gehaltenen studentischen Beschäftigten in einem Tarifvertrag. Daher her mit dem #TVStud und Mitbestimmungsrechten für studentische Beschäftigte.

Als Studierende und Beschäftigte fordern wir gemeinsam: Mehr statt weniger! Für gute Bildung und gute Arbeitsbedingungen an den Hochschulen.

Studieren darf nicht weiter zu einem Privileg verkommen. Ebenso darf die Beschäftigung an einer Hamburger Hochschule nicht wie ein Ehrenamt behandelt werden. Wir fordern den Senat dazu auf, eine ausreichende Finanzierung der Universität sicherzustellen.


Die Fachschaften der UHH fordern im Einzelnen:

Fachschaftsrat Rechtswissenschaft

  • Keine Kürzungen an Lehre
  • AGs Retten: Erhalt der Arbeitsgemeinschaften nach dem Stand von 2020
  • Keine Kürzungen am HEX
  • Keine Kürzungen an Schwerpunkten
  • Keine Kürzungen am Gleichstellungsreferat, Law Clinics, Moot Courts
  • Keine Kürzungen an den Bibliotheksöffnungszeiten
  • Unmittelbare Nachbesetzung von Professuren, keine Zwangsvakanzen

Fachschaftsrat Informatik

  • Klare Finanzzusagen, um WiMi-Stellen erhalten und ausbauen zu können
  • Besetzung dringend notwendiger Professuren in der Kerninformatik
  • Keine Kürzungen an den Studienplatzzahlen
  • Erhalt kleiner Informatik-Studiengänge, wie Computing in Science, Mensch-Computer-Interaktion oder Software-System-Entwicklung

Fachschaftsrat Geographie

  • Einhaltung der Präsidiums-Versprechen zu Professuren
  • Hochschulfinanzierung, die verbindliche Personalplanung ermöglicht
  • Finanzierung von ausreichend WiMi-Stellen, damit Lehre funktioniert

Fachschaftsrat Geowissenschaften

  • Keine Kürzungen der WiMi-Arbeitsplätze

Fachschaftsrat Germanistik

  • Für neue Studienplätze auch neue Stellen schaffen: Kein Abbau der Lehre durch neue Studienplätze ohne Stellenwachstum

Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft

  • Finanzzusagen für Lehramtsreform einhalten

Fachschaftsrat Sozialpädagogik

  • Keine Kürzungen an Förderschwerpunkten im Master
  • Wiederaufnahme der bereits gestrichenen Förderschwerpunkte

Fachschaftsrat Kunstgeschichte

  • Ausreichende Anzahl von Tutorien erhalten
  • Finanzierung von Pflichtexkursionen

Fachschaftsrat Sozialökonomie

  • Keine strukturelle Unterfinanzierung des gesamten Fachbereichs

Fachschaftsrat Evangelische Theologie und Religionswissenschaft

  • Unmittelbare Nachbesetzung von Professuren
  • Keine Kürzungen der WiMi-Arbeitsplätze
  • Verlängerung der Bibliotheksöffnungszeiten
  • Für Studierende kostenlose Lateinkurse an der Universität

Mittelbau-Initiative Hamburg

  • Entfristete Stellenprofile, statt Kürzungen
  • Schluss mit unbezahlter Arbeit
  • Ausgleiche für Mehrbelastung durch Sorgeverpflichtungen

Studentische Beschäftigte

  • Keine Auslagerung von Tätigkeiten auf „billige“ Studentische Beschäftigte
  • Her mit dem Tarifvertrag TVStud und Mitbestimmungsrechten für die 4.000 Studentischen Beschäftigten in Hamburg

Hinweise zum Hygienekonzept:

  • Beachtet den Infektionsschutz: Wir demonstrieren mit Abstand und FFP2-Maske
  • Wir laufen in festen Blöcken: Haltet Abstand in und zwischen den Reihen
  • Macht nach Möglichkeit vor der Demo einen Schnelltest
  • Informationen zum ausführlichen Infektionsschutzkonzept folgen